Mittwoch, 17. Juni 2026
Maspalomas24h
Süd-Gran Canaria bedroht: Eigentümer prangern den Ansturm der Tourismusunternehmen an

Süd-Gran Canaria bedroht: Eigentümer prangern den Ansturm der Tourismusunternehmen an

Yurena Vega - M24h Montag, 13

Die aktuelle Immobilienlage im Süden Gran Canarias hat sich von einem rein marktwirtschaftlichen Problem zu einem Rechtsstreit um Grundrechte entwickelt. Alejandro Abreus, ein spezialisierter Immobilienberater, bezeichnet San Bartolomé de Tirajana und Mogán als Brennpunkt eines Konflikts, in dem das in Artikel 33 der Verfassung verankerte Recht auf Privateigentum mit der administrativen Durchsetzung eines einheitlichen touristischen Entwicklungsmodells kollidiert.

Die Zersplitterung der Landschaft ist in Gebieten wie Arguineguín und Patalavaca besonders deutlich zu spüren, wo langjährige Bewohner und internationale Grundstückseigentümer – insbesondere die norwegische Gemeinde – von Druck seitens Konzernen berichten, die sie zur Aufgabe ihrer Landnutzungsrechte zwingen wollen. Als Mechanismus wird das Gesetz 2/2013 strikt angewendet, das die Bewohner unter Androhung von Sanktionen wegen „unsachgemäßer Nutzung“ von Tourismusflächen dazu zwingt, ihre Grundstücke an große Betreiber zu Preisen zu verkaufen, die regelmäßig unter dem Marktwert liegen.

Der Widerstand der Bürger hat sich um PALT (Plattform der vom Tourismusgesetz Betroffenen) formiert, deren Lobbyarbeit angesichts dessen, was Abreus als „Aushöhlung der Eigentumsrechte“ bezeichnet, von entscheidender Bedeutung ist. Während Transaktionen im Rest der Insel reibungslos ablaufen, herrscht an der Südküste Rechtsunsicherheit, die die Grundlage in Frage stellt, auf der Tausende von Europäern ihre Ersparnisse investierten: die Gewissheit, dass ihre Häuser ihnen gehörten und dass sie darin wohnen durften.

Dieser Interessenkonflikt ist kein Einzelfall. Er verstärkt den jüngsten juristischen Druck in der Region, etwa durch das Urteil des Nationalgerichts gegen das Leuchtturmhotel Maspalomas bezüglich der Küstenabgrenzung und die Untersuchung des Rechnungshofs gegen den Stadtrat von San Bartolomé de Tirajana wegen Unregelmäßigkeiten bei der Vertragsplanung. Für den Süden Gran Canarias steht 2026 ein entscheidendes Jahr bevor: Die Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs der Kanarischen Inseln zur „Ausbeutungseinheit“ wird darüber entscheiden, ob das zukünftige Tourismusmodell auch für Kleinbauern Platz bietet oder ob die Küste ausschließlich Großkonzernen vorbehalten bleibt.

 

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