Mittwoch, 15. April 2026
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Maspalomas bricht seinen historischen Rekord: Die Arbeitslosigkeit sinkt auf 10 Prozent, während der Rest von Gran Canaria stagniert.

Maspalomas bricht seinen historischen Rekord: Die Arbeitslosigkeit sinkt auf 10 Prozent, während der Rest von Gran Canaria stagniert.

Yurena Vega - M24h Donnerstag, 09. April 2026

Die Beschäftigungslage im Süden Gran Canarias zeigt nach jahrzehntelangen, drastischen Schwankungen im Zusammenhang mit dem Tourismussektor und globalen Krisen eine robuste Erholung. San Bartolomé de Tirajana erreichte im Februar 2026 eine Arbeitslosenquote von 10,75 % – den niedrigsten Wert der jüngeren Geschichte und ein kontinuierlicher Rückgang seit 2021. Damit nimmt die südliche Gemeinde eine privilegierte Position ein: Sie ist die zweitniedrigste Arbeitslosenquote aller Gemeinden mit über 40.000 Einwohnern in der Provinz Las Palmas, nur übertroffen von Arrecife (9,90 %) und deutlich niedriger als in größeren Städten wie Telde (16,29 %) und Las Palmas de Gran Canaria (15,67 %).

Der Weg zu dieser Stabilität war lang und turbulent, insbesondere angesichts der Krise, die das Jahr 2020 mit sich brachte. Im Dezember jenes Jahres, als die Pandemie den Dienstleistungssektor am stärksten traf, schnellte die Arbeitslosenquote in der Gemeinde auf erschreckende 26,87 % in die Höhe. Fast 7.000 Menschen waren ohne Arbeit bei einer Bevölkerung von gut 53.000. Dieser Höchststand steht in starkem Kontrast zu den Jahren vor der Finanzkrise 2008; im Dezember 2006 lag die Quote bei lediglich 11,96 % – ein Wert, der für die Region praktisch Vollbeschäftigung bedeutete und erst 2026 wieder erreicht werden sollte.

Ein Vergleich mit anderen südlichen Gemeinden, wie etwa Santa Lucía de Tirajana, zeigt trotz der geografischen Nähe unterschiedliche Entwicklungen. Santa Lucía verzeichnete 2026 eine Arbeitslosenquote von 13,42 %, fast drei Prozentpunkte höher als San Bartolomé. Dies spiegelt den Unterschied zwischen einer eher wohnlich und gewerblich geprägten Gemeinde und der rein touristisch geprägten Wirtschaft der Insel wider. Während San Bartolomé die Arbeitslosenzahl bis Februar 2026 auf 2.916 senken konnte, blieben in Santa Lucía 5.392 Erwerbstätige arbeitslos. Dies zeugt von einer größeren Widerstandsfähigkeit gegenüber einem Rückgang der Arbeitslosigkeit trotz des Bevölkerungswachstums.

In den vergangenen fünfzehn Jahren waren Schwankungen auf dem südlichen Gran Canaria an der Tagesordnung. Nach dem Platzen der Immobilienblase stieg die Arbeitslosenquote in San Bartolomé de Tirajana von 15,10 % im Jahr 2007 auf über 23,5 % in den Jahren 2009 und 2010. Im darauffolgenden Jahrzehnt senkte eine langsame Korrektur die Quote bis Dezember 2019 auf 18,03 %, kurz bevor der Lockdown aus gesundheitlichen Gründen die Beschäftigungszahlen erneut einbrechen ließ. Die seit 2021 beobachtete Stabilität – ein Rückgang von 17,45 % Ende 2021 auf aktuell 10,75 % – stellt einen Meilenstein im Management des lokalen Arbeitsmarktes dar.

Der aktuelle Aufschwung, der sich in den neuesten Daten vom Februar 2026 widerspiegelt, positioniert San Bartolomé de Tirajana weit vor den besorgniserregenden Zahlen der Hauptstadt Gran Canarias, wo noch immer 28.766 Menschen Arbeit suchen, was einer Arbeitslosenquote von 15,67 % entspricht. Die Spezialisierung des Südens auf den Dienstleistungssektor hat eine deutlich schnellere Integration von Arbeitskräften ermöglicht als in den Industrie- oder Verwaltungsgebieten der Insel. Dadurch festigt die Gemeinde ihre Position als Maßstab für die wirtschaftliche Erholung des Archipels, im Gegensatz zur Stagnation anderer großer städtischer Zentren.

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