Der Rechnungshof der Kanarischen Inseln hat in seinem Bericht zur Überwachung des Vergabekalenders 2023 schwerwiegende Mängel in der Verwaltungsplanung von San Bartolomé de Tirajana festgestellt. Der Stadtrat räumte in seinen Eingaben vom 12. Januar 2026 formell ein, seiner gesetzlichen Verpflichtung zur Planung der Vergabetätigkeiten im Berichtsjahr nicht nachgekommen zu sein. Dieser Planungsmangel reiht die Gemeinde in ein weit verbreitetes Problem des Archipels ein, wo kaum 1 % der lokalen Gebietskörperschaften ihrer Pflicht zur fristgerechten Veröffentlichung ihrer Vergabepläne nachkamen.
Die Stadtverwaltung versichert, Korrekturmaßnahmen ergriffen zu haben, um die Situation in den Haushaltsjahren 2024 und 2025 zu normalisieren. Die Aufsichtsbehörde bestätigt, dass das Programm für 2025 ordnungsgemäß auf der Plattform für das öffentliche Beschaffungswesen registriert ist. Der Bericht merkt jedoch an, dass die Daten für 2024 lediglich über das kommunale Transparenzportal eingereicht wurden und somit der gesetzlich vorgeschriebene Hauptweg gemäß den staatlichen Bestimmungen fehlte.
Das Aufsichtsgremium unter Vorsitz von Pedro Pacheco González hat konkrete Empfehlungen an die Finanzabteilungen der Städte herausgegeben, die eine parallele Vertragsplanung mit der Erstellung der Haushaltspläne für 2026 vorschreiben sollen. Es fordert die Einrichtung eines strengen Kontrollsystems, um sicherzustellen, dass Unternehmen und Einrichtungen, die vom Stadtrat abhängig sind, die Transparenzpflichten einhalten. Der Bericht betont, dass fehlende Ausführungsberichte eine Beurteilung unmöglich machen, ob die tatsächlichen Ausgaben den ursprünglichen Prognosen entsprechen.
Die mangelnde Transparenz bei der Auftragsvergabe verschärft die Schwierigkeiten bei der Prüfung abgelaufener Verträge und der außergerichtlichen Anerkennung von Forderungen. Der Rechnungshof fordert die internen Kontrollorgane von San Bartolomé de Tirajana nachdrücklich auf, klare Vorgaben zu Inhalt und Genehmigungsdatum ihrer Ausgabenpläne zu erlassen. Ziel dieser Vorgaben ist die Beseitigung einer auf Improvisation beruhenden Verwaltungskultur, die laut Daten aus dem Jahr 2023 die Transparenz des wichtigsten Wirtschaftsmotors Gran Canarias untergraben hat.











