Die Analyse für Frühjahr 2026 zeigt, dass der Süden Gran Canarias eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit aufweist. Während konkurrierende Reiseziele wie Antalya und Palma de Mallorca mit aggressiven Preisnachlässen versuchen, mehr Gäste anzulocken, hält sich der Hotelsektor Gran Canarias mit bemerkenswerter Stärke. Am auffälligsten ist dabei die Diskrepanz zwischen Flug- und Unterkunftskosten: Im Luxussegment senkt Gran Canaria die Preise nicht nur nicht, sondern erhöht sie sogar um 2 % auf 293 € pro Nacht – entgegen dem Abwärtstrend auf Teneriffa (-5 %) und dem Rückgang von 10 % im Premiumsegment Mallorcas.
Das Verhalten des französischen Marktes ist besonders auffällig. Offenbar mit dem Ziel, die Dünen von Maspalomas zu erobern, ist der Preis für Direktflüge von Frankreich zum Flughafen Gando um 38 % gefallen und liegt nun bei lächerlich niedrigen 95 Euro. Dieser extreme Niedrigpreis steht im krassen Gegensatz zur Beständigkeit schwedischer Touristen, deren Treue zum Süden der Insel so ungebrochen ist, dass sich sowohl die Preise für ihre Flüge (135 Euro) als auch für ihre Unterkünfte im Jahresvergleich kaum um 1 % verändert haben. Schweden zahlen für ihren sonnigen Urlaub jeden Preis und ignorieren dabei völlig den Preiskampf, der den Rest des Kontinents erschüttert.
Im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit offenbart der Vergleich mit Antalya fast schon komische Unterschiede. Während eine Nacht in einem Budgethotel auf Gran Canaria 113 € kostet, ist der Preis an der türkischen Küste um 14 % auf 56 € gefallen. Gran Canaria weigert sich, sich an diesem „Kampf um jeden Cent“ zu beteiligen und positioniert sich lieber als sichere und preiswerte Oase. Es ist in der Tat kurios, dass der britische Markt trotz 20 % Rabatt auf Flugtickets (135 €) Hotelpreise auf der Insel findet, die im mittleren Preissegment lediglich um bescheidene 3 % gesunken sind und weiterhin bei 156 € pro Nacht liegen.
Letztendlich bleibt der deutsche Markt die Lebensader des Südens. Obwohl Flüge von Deutschland nach Gran Canaria mit 206 € deutlich teurer sind als Flüge in die Türkei mit 142 €, strömen die Reisenden ungebrochen ins Land. Die aussagekräftigste Statistik dieser Saison: Trotz der Flut an Billigangeboten aus dem östlichen Mittelmeerraum hat der Süden Gran Canarias beschlossen, dass sein Angebot seinen Preis wert ist. Die Insel strebt nicht danach, das günstigste, sondern das stabilste Reiseziel zu sein. So gelingt es ihr, den Durchschnittspreis ihrer Budgethotels doppelt so hoch zu halten wie den ihrer direkten Konkurrenten in der Türkei, ohne dass die Auslastung bis Mai voraussichtlich einbrechen wird.











