Der Sturm hat sich weiter nach Süden über Gran Canaria ausgedehnt und die mittleren Höhenlagen von San Bartolomé de Tirajana am sechsten Tag seines Bestehens zu einem der kritischsten Brennpunkte des Archipels gemacht. Die Wetterstationen in Cuevas del Pinar und Las Tirajanas verzeichneten am Dienstag Niederschlagsmengen von 66 bzw. 56,6 Litern pro Quadratmeter. Laut der Technischen Direktion für Katastrophenschutz des Cabildo hat der Sturm bereits über 700 Liter Regen auf den Gipfeln der Insel abgeladen.
Die zunehmende Wassersättigung des Bodens beeinträchtigt die strategische Infrastruktur der Gemeinde. Das Mobilfunknetz weist in weiten Teilen des Las-Tirajanas-Beckens erhebliche Netzabdeckungsmängel und zeitweilige Ausfälle auf, was die Kommunikation in ländlichen Gebieten und verstreuten Siedlungen erheblich behindert. Die Betreiber führen diese Vorfälle auf Störungen der Gipfelverstärker zurück, die durch die Intensität der Blitzeinschläge und die anhaltende, tief hängende Wolkendecke, welche die Kommunikationssysteme blockiert, beeinträchtigt werden.
Die Rettungskräfte konzentrieren sich nun auf die Sicherung der Stromversorgung. Die durch massiven Wassereintritt verursachte Bodenaufweichung gefährdet die Stabilität der Strommasten, die die Hoch- und Mittelspannungsleitungen der Stadt tragen. Es besteht die reale Gefahr längerer Stromausfälle in den kommenden Stunden; die Erdrutschgefahr an den Hängen behindert den Zugang der Reparaturtrupps von Endesa zu den Bereichen, in denen sich die wahrscheinlichsten Gefahrenstellen befinden.
Während der Vulkan Roque de los Muchachos auf La Palma mit 118 Litern Hagel einen Rekordwert erreichte, werden die Schluchten im Süden Gran Canarias genau überwacht, da der Sturm voraussichtlich bis Mittwoch anhalten wird. Die Zufahrtsstraßen zu den Berggipfeln werden wegen möglicher Erdrutsche überwacht, und das Telekommunikationsnetz funktioniert nur minimal. San Bartolomé de Tirajana muss daher Ende März mit Niederschlägen rechnen, die bereits jetzt alle Durchschnittswerte für diese Jahreszeit übertreffen.











