Samstag, 18. April 2026
Maspalomas24h
Der Richter verurteilt Hernández Tarajano zu einer Gefängnisstrafe wegen der Nötigung einer 18-jährigen Klägerin.

Der Richter verurteilt Hernández Tarajano zu einer Gefängnisstrafe wegen der Nötigung einer 18-jährigen Klägerin.

Gara Hernández - M24h Donnerstag, 19. März 2026

Domingo Hernández Tarajano, einer der Schlüsselfiguren im Kindersexhandelsskandal, der den Archipel erschüttert hat, wurde ohne Kaution in Untersuchungshaft genommen. Die Entscheidung von Richter Tomás Martín, dem Vorsitzenden des Gerichts für Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, markiert laut Atlántico Hoy einen Wendepunkt in den Fällen „18 Lovas“ und „Íncubo“.

Die als strengste Maßnahme nach spanischem Recht geltende Vorsichtsmaßnahme reagiert nicht nur auf die Schwere der mutmaßlichen Straftaten – darunter mehrfache Anklagen wegen Missbrauchs und Ausbeutung –, sondern auch auf ein gravierendes Verfahrensrisiko: die Behinderung der Justiz. Laut Quellen aus dem Umfeld des Falls hat der Richter systematische Versuche Tarajanos festgestellt, Druck auf die Opfer auszuüben und ihre Aussagen zu beeinflussen. Dieses Vorgehen untergräbt sein Recht auf Freiheit bis zum Prozessbeginn.

Tarajano schläft nicht mehr in seinem Haus im Süden, sondern befindet sich nun zusammen mit Agustín Alemán, alias „Yino“, als einer der beiden Haupttäter in Haft. Während „Yino“ mutmaßlich als Anwerber für das Netzwerk fungierte – indem er gefälschte Modelagenturen nutzte und schutzbedürftige Minderjährige mit Substanzen außer Gefecht setzte –, entspricht Tarajanos Profil dem eines hochrangigen „Klientenfinanzierers“.

Der Fall verdeutlicht ein kriminelles Muster, das Schwächen im Kinderschutzsystem der Kanarischen Inseln ausnutzte. Viele der Opfer lebten in Pflegefamilien mit offenem Betreuungsregime – eine Bewegungsfreiheit, die das Netzwerk gewinnbringend ausnutzte. Mehr als 30 Opfer wurden identifiziert, und ein Dutzend prominenter Persönlichkeiten wurden beschuldigt.
 
Die Gerichtsentscheidung fällt in eine Zeit erhöhter Spannungen für die Geschäftswelt Gran Canarias. Zu den Angeklagten gehören auch prominente Persönlichkeiten wie Eugenio Hernández und Eustasio López, wobei Letzterer nur im Fall „18 Lovas“ verwickelt ist und im Fall „Íncubo“ als Zeuge auftritt. Tarajanos Inhaftierung sendet jedoch ein klares Signal an die Vorstände der Insel: Straflosigkeit aufgrund wirtschaftlichen Status wird gerichtlich überprüft.

Angesichts der drohenden Haftstrafen, die sich auf Jahrzehnte summieren könnten, beantragte die Staatsanwaltschaft die sofortige Untersuchungshaft des Angeklagten wegen Fluchtgefahr und vor allem der Gefahr der Beweismittelvernichtung. Mit der kürzlich von Richter Martín gewährten Verlängerung der Ermittlungen werden die kommenden Monate entscheidend sein, um die Finanzstruktur zu zerschlagen, die eines der dunkelsten Machenschaften in der jüngeren Geschichte der Kanarischen Inseln ermöglichte.

 

Mit Ihrem registrierten Konto

Schreiben Sie Ihre E-Mail und wir senden Ihnen einen Link, um ein neues Passwort zu schreiben.