Mittwoch, 17. Juni 2026
Maspalomas24h
Personal der Canarias Tactical Group ist in den mittleren Höhenlagen im Süden von Gran Canaria stationiert.

Personal der Canarias Tactical Group ist in den mittleren Höhenlagen im Süden von Gran Canaria stationiert.

YURENA VEGA - M24H Montag, 16. März 2026

Das Kommando der Kanarischen Inseln begnügt sich nicht damit, den Atlantik nur von seinen Büros aus zu beobachten; die beste Art, seine Präsenz zu demonstrieren, ist, ihn zu betreten. Unter dem Deckmantel der sogenannten Ständigen Operationen hat die Armee eine Offensive der „Präsenz und Überwachung“ gestartet, die jenseits des militärischen Jargons eine Machtdemonstration und ein PR-Manöver an Europas Südgrenze darstellt. Madrids Botschaft ist klar: Nationale Souveränität ist nicht verhandelbar, nicht einmal im abgelegenen Mittelgebirge im Süden Gran Canarias.

Das 50. Infanterieregiment „Canarias“ hat das Kommando auf Gran Canaria übernommen und seine Soldaten in die strategisch wichtigen, mittleren Höhenlagen im Süden der Insel verlegt. Dies ist keine einfache Orientierungsübung, sondern ein Machtprojektionsmanöver in einem Gelände, das aufgrund seiner Topografie und der dortigen sozialen Gegebenheiten ständige Wachsamkeit erfordert. Offiziell dient es der Abschreckung, doch implizit ist es die absolute Kontrolle über die Landgebiete eines Archipels, das sich zunehmend zum zentralen Schauplatz der Sicherheitspolitik im Atlantik entwickelt.

Die Armee weiß jedoch, dass Bajonette allein ohne die Unterstützung der Zivilbevölkerung nicht ausreichen. Daher kombiniert Generalleutnant Julio Salom Herrera in seiner Strategie taktische Einsätze mit einer Kampagne zur Gewinnung der Herzen und Köpfe der Bevölkerung. Während das 50. Infanterieregiment die Gipfel von Gran Canaria patrouilliert, hissen andere Regimenter, wie das 49. Infanterieregiment auf Lanzarote und das 9. Infanterieregiment auf Fuerteventura, Fahnen an Schulen und besuchen Seniorenheime. Es handelt sich um eine klassische Integrationsstrategie: die Normalisierung der militärischen Präsenz im Alltag, um die Beziehungen zu einer Bevölkerung zu stärken, die Madrid mitunter als distanziert wahrnimmt.

„Diese Missionen unterstreichen das Engagement der Streitkräfte für die umfassende Verteidigung des Territoriums und ihre Fähigkeit, jegliche Eventualitäten, die die Stabilität gefährden könnten, vorherzusehen“, so offizielle Quellen. Salom Herrera leitet diese Militäroperation und verantwortet als Kommandeur des Landoperationskommandos (CMOT) ein Sicherheitsgebiet, das sich von den Kanarischen Inseln bis zu den autonomen Städten Ceuta und Melilla sowie den Balearen erstreckt. Diese zentrale Koordination deutet darauf hin, dass der Einsatz auf den Inseln kein isoliertes Ereignis ist, sondern Teil eines umfassenderen nationalen Sicherheitskonzepts. In einem geopolitischen Kontext, in dem die Stabilität des Maghreb und der Atlantikrouten unter Beobachtung steht, positioniert sich die Taktische Gruppe der Kanarischen Inseln als ständiger Wächter der letzten Grenze der Europäischen Union.

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