Der private Sicherheitssektor auf den Kanarischen Inseln schlägt erneut Alarm. General de Seguridad Integral Europea SL (GSIE Seguridad) hat beim Handelsgericht Nr. 2 in Las Palmas Insolvenzschutz beantragt. Dieser Schritt erfolgte nach monatelangen finanziellen Schwierigkeiten und einer Reihe von Zahlungsausfällen, die die Belegschaft in beiden Provinzen der Kanarischen Inseln schwer getroffen haben. Mit einem Jahresumsatz von rund 3 Millionen Euro bedeutet der Zusammenbruch von GSIE nicht nur ein wirtschaftliches Scheitern, sondern auch eine soziale Krise für die 120 Angestellten.
Der Verband der privaten Sicherheitsarbeiter der USO Canarias (FTSP-USO), der das Unternehmen bereits 2025 als „Piratenfirma“ bezeichnet hatte, prangert an, dass Verzögerungen bei der Gehaltszahlung und die Nichtzahlung von Sonderzahlungen zu einer strukturellen Praxis geworden seien, die systematisch gegen den Tarifvertrag verstoße.
Die Situation eskalierte von Beschwerden bei der Arbeitsaufsichtsbehörde hin zu einem direkten gerichtlichen Eingriff. Das Gericht hat bereits einen Insolvenzverwalter bestellt, der die Geschäftsführung übernimmt, die Buchhaltung prüft und feststellt, ob eine Überlebenschance besteht oder ob eine endgültige Liquidation notwendig wird. Für die Gewerkschaften ist dieser Fall symptomatisch für ein tiefer liegendes Problem in der Branche.
Sie prangern an, dass die öffentliche Verwaltung weiterhin wichtige Aufträge ausschließlich auf der Grundlage des niedrigsten Preises vergibt, was Unternehmen wie GSIE Tür und Tor öffnet, die am Ende insolvent werden, nachdem sie Banküberziehungen und Liquiditätsprobleme angehäuft haben, für die letztendlich die Arbeitnehmer aufkommen müssen.
Die Einleitung eines Insolvenzverfahrens führt zu einer Phase rechtlicher Unsicherheit, in der Arbeitnehmer zu vorrangigen Gläubigern werden. Die Eintreibung ihrer ausstehenden Löhne hängt nun von der vom Insolvenzverwalter erzielten Liquidität oder letztlich vom Lohngarantiefonds (FOGASA) ab – ein Prozess, der in der Regel Monate dauert. Die Gewerkschaften haben die Behörden der Kanarischen Inseln formell aufgefordert, die Vergabekriterien zu verschärfen und die erfolgreichen Bieter tatsächlich zu überwachen, um zu verhindern, dass vermeintliche Einsparungen im Vergabeverfahren zu einer sozialen Tragödie führen.











