Die Ungleichheit auf den Kanarischen Inseln zeichnet ein Bild der Gegensätze: San Bartolomé de Tirajana sticht als Hochburg des Wohlstands im Süden hervor, obwohl es noch immer beträchtlich von den Verwaltungshauptstädten entfernt liegt. Innerhalb des komplexen Wirtschaftssystems der Inseln beziffern Daten der spanischen Steuerbehörde das durchschnittliche Bruttoeinkommen der typischen Touristengemeinde Gran Canarias auf 28.305 €. Damit zählt die Stadt zu den fünf wohlhabendsten Städten der Kanarischen Inseln mit mehr als 40.000 Einwohnern und übertrifft damit wichtige regionale Industrie- und Hafenzentren.
Dies ist eine Analyse des durchschnittlichen Bruttoeinkommens in San Bartolomé de Tirajana: Mit 28.305 Euro führt die Touristengemeinde den Wohlstand im Süden von Gran Canaria an, obwohl die Kluft zu den Hauptstädten und der Nachbargemeinde Santa Lucía de Tirajana weiterhin beträchtlich ist.
Das Ranking der wohlhabendsten Gemeinden der Kanarischen Inseln offenbart eine klare Hierarchie: Die Verwaltungs- und Dienstleistungsstärke der Hauptstädte ist dem reinen Tourismusmodell weiterhin unübertroffen. Las Palmas führt die Liste mit einem Bruttoeinkommen von 31.862 € an, dicht gefolgt von Santa Cruz de Tenerife mit 31.004 €. San Bartolomé de Tirajana, regional auf Platz vier, ist die erste touristisch geprägte Gemeinde auf der Liste. Dies beweist, dass die hochwertige Freizeitbranche in Maspalomas und Meloneras ein wettbewerbsfähiges Pro-Kopf-Einkommen generiert und nur 70 € hinter einem historischen Universitäts- und Wohnort wie San Cristóbal de La Laguna liegt, das 28.375 € verzeichnet.
Der aufschlussreichste Vergleich in diesem Bericht ergibt sich beim Blick auf die Nachbargemeinde, wo das Paradoxon der Region Tirajana deutlich wird. Während San Bartolomé eine privilegierte Stellung einnimmt, führt Santa Lucía de Tirajana die Liste der Gemeinden mit dem niedrigsten Bruttoeinkommen von 23.027 € an. Der Unterschied ist eklatant: Ein durchschnittlicher Einwohner von San Bartolomé de Tirajana verdient jährlich 5.278 € mehr als einer in Santa Lucía. Diese Differenz von fast 23 % unterstreicht die Spezialisierung der beiden Gebiete: San Bartolomé konzentriert Kapital und luxuriöse Wohngebiete, während Santa Lucía als Pendlerstadt und Zentrum für günstige Dienstleistungen fungiert und die Arbeiterklasse mit niedrigeren Löhnen aufnimmt.
Ein entscheidender Faktor in dieser Analyse ist das verfügbare Einkommen, also der Betrag, der den Bürgern nach Abzug ihrer Steuern tatsächlich verbleibt. San Bartolomé de Tirajana weist trotz eines höheren Bruttoeinkommens als Puerto del Rosario ein geringeres verfügbares Einkommen auf: 20.596 € gegenüber 21.753 € in der Hauptstadt Fuerteventuras. Dies deutet auf eine höhere Steuerbelastung oder eine ungünstigere Abzugsregelung für einkommensstarke Steuerzahler hin, wodurch die Bewohner des südlichen Gran Canaria kurioserweise weniger liquide Mittel zur Verfügung haben als jene von Fuerteventura, obwohl sie nominell ein höheres Bruttoeinkommen erzielen.
Die Einkommenschronik der Kanarischen Inseln kommt zu dem Schluss, dass der touristische Erfolg von San Bartolomé de Tirajana zwar das Bruttoinlandsprodukt anheben kann, die Kluft zu den politischen und finanziellen Entscheidungszentren der kanarischen Hauptstädte jedoch nicht schließen kann. Gleichzeitig offenbart der Kontrast zu Gemeinden wie Arona (23.060 €) oder Santa Lucía de Tirajana selbst, dass sich der Archipel in zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten entwickelt. Die touristische Erschließung des Südens der Inseln hat sich noch nicht in gleichmäßigem wirtschaftlichem Wohlstand für die gesamte Bevölkerung der umliegenden Gebiete niedergeschlagen. Es besteht weiterhin eine Hierarchie, in der die Postleitzahl nach wie vor maßgeblich die Kaufkraft der Kanarier bestimmt.











