Samstag, 18. April 2026
Maspalomas24h
Die Kriminalität im Süden von Gran Canaria hat das Niveau vor der Covid-19-Pandemie erreicht.

Die Kriminalität im Süden von Gran Canaria hat das Niveau vor der Covid-19-Pandemie erreicht.

YURENA VEGA - M24H Mittwoch, 04. März 2026

Während der Süden Gran Canarias auf der ITB Berlin 2026 mit hohen Auslastungszahlen und dem Start großer Infrastrukturprojekte wirft, trüben die Kriminalstatistiken des Innenministeriums die Stimmung in diesem beliebten Reiseziel. Ende des vierten Quartals 2025 wurden in San Bartolomé de Tirajana insgesamt 4.977 Straftaten registriert – eine Zahl, die den Aufwärtstrend bestätigt, der nach der vollständigen Grenzöffnung und der Aufhebung der Reisebeschränkungen einsetzte.

Die Entwicklung der Kriminalität in der Gemeinde spiegelt die wirtschaftliche Lage wider. Nach dem statistischen Tiefstand in den Jahren 2020 und 2021 – Jahren, die durch einen vollständigen Einbruch des Tourismus gekennzeichnet waren – ist die Kriminalität kontinuierlich angestiegen. Aktuelle Daten zeigen ein Niveau wie zuletzt im Zeitraum 2018/2019, mit über 4.800 Straftaten pro Jahr. Dies wirft Fragen nach der Angemessenheit der Polizeikräfte in dicht besiedelten Gebieten wie Playa del Inglés und Maspalomas auf.

Eine detaillierte Analyse der Zahlen zeigt, dass der Anstieg nicht gleichmäßig verläuft. Wie in ganz Spanien steht auch San Bartolomé de Tirajana vor einer doppelten Herausforderung. Zum einen bildet die konventionelle Kriminalität, eng verbunden mit dem massiven Besucheransturm (Diebstähle und Einbrüche), weiterhin den Schwerpunkt der Statistik. Zum anderen nimmt die Cyberkriminalität zu, ein Phänomen, das seit 2017 exponentiell gewachsen ist und bereits einen erheblichen Anteil der bei den Polizeistationen im Süden eingegangenen Anzeigen ausmacht.

Für ein Reiseziel, das im Luxus- und Sicherheitssektor konkurriert, sind diese Zahlen mehr als nur Daten; sie sind Indikatoren für den Ruf. Der Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Zahl der Durchreisenden und der Anzahl der Straftaten ist in der Gemeinde seit jeher gegeben, doch die Tatsache, dass die Zahl der Delikte im Jahr 2025 voraussichtlich 5.000 erreichen wird, unterstreicht die Notwendigkeit, die Präventionsstrategien in den Ausgehvierteln und Einkaufszentren zu modernisieren.

Trotz des hohen Kriminalitätsaufkommens betonen die Behörden, dass San Bartolomé de Tirajana im Vergleich zu anderen spanischen Großstädten mit mehr als 50.000 Einwohnern ein wettbewerbsfähiges Niveau an öffentlicher Sicherheit aufweist. Der Druck auf die Nationalpolizei und die örtliche Polizei nimmt jedoch zu. Die Herausforderung bis 2026 wird nicht nur darin bestehen, dieses statistische Wachstum einzudämmen, sondern auch die Polizeimaßnahmen an die zunehmend komplexen und geografisch weniger lokalisierten Formen der Kriminalität anzupassen.

Der Tourismusboom im Süden Gran Canarias hat seinen Preis: Rechtsstreitigkeiten und Kleinkriminalität. Zum Jahresende 2025 bestätigt die Gemeinde, dass sie wieder zum Normalzustand vor der Pandemie zurückgekehrt ist, aber auch, dass sie die Sicherheitsherausforderungen einer zunehmend vernetzten Gesellschaft und eines Reiseziels geerbt hat, das aufgrund seines Erfolgs weiterhin ein Magnet für illegale Aktivitäten ist.

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