Das Tourismusmodell der Kanarischen Inseln festigte Anfang 2026 einen grundlegenden Paradigmenwechsel: Die Rentabilität pro Einheit hängt nicht mehr von der Anzahl der Übernachtungen ab, sondern von einer scheinbar unbegrenzten Preisgestaltung. Laut den neuesten Daten des ISTAC (Statistisches Institut der Kanarischen Inseln) stieg der durchschnittliche Tagespreis (ADR) des Archipels im Januar auf 140,30 €, ein Plus von 8,05 Prozent gegenüber 129,85 € im Vorjahr. Dieser Preisaufschlag, der einem absoluten Anstieg von 10,45 € entspricht, erfolgte vor dem Hintergrund eines leichten Rückgangs der Nachfrage. Die durchschnittliche Auslastung sank um 2,31 Prozent auf 72,80 Prozent, verglichen mit 74,52 Prozent im Januar 2025.
Gran Canaria verzeichnet weiterhin ein solides und ausgewogenes Wachstum und festigt seine Position als zweitgrößte Insel mit den höchsten Preisen. Der durchschnittliche Tagespreis (ADR) erreichte 147,04 €, ein Anstieg um 6,37 Prozent. Dies entspricht einem Plus von 8,81 € gegenüber den 138,23 € im Januar 2025. Besonders bemerkenswert ist die operative Stabilität Gran Canarias: Als größte Insel verzeichnete sie den geringsten Rückgang der Auslastung mit lediglich 1,41 Prozent (von 74,58 Prozent auf 73,53 Prozent). Trotz Preiserhöhungen konnte Gran Canaria seine Gäste halten, was auf eine hohe Kundentreue und eine geringe Preiselastizität der Nachfrage hindeutet.
Die Diskrepanz zwischen Preis und Auslastung ist auf Teneriffa besonders ausgeprägt, das sich zum Umsatzmotor der Inseln entwickelt hat. Die Insel verzeichnete nicht nur den höchsten durchschnittlichen Tagespreis (ADR) des Archipels mit 155,56 €, sondern auch das stärkste Marktwachstum mit einem Anstieg von 11,27 Prozent bzw. 15,75 € pro Zimmer und Nacht im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Preisanstieg hat die Attraktivität der Insel kaum beeinträchtigt; obwohl die Auslastung um 2,10 Prozent (von 76,26 Prozent auf 74,66 Prozent) sank, zählt Teneriffa weiterhin zu den Reisezielen mit der höchsten Gästedichte im Archipel.
Im übrigen Archipel stiegen die Preise zwar, jedoch in unterschiedlichem Ausmaß und mit stärkeren Auswirkungen auf das Buchungsvolumen. Der durchschnittliche Tagespreis (ADR) auf Lanzarote erreichte 129,12 €, ein Anstieg um 5,05 Prozent (6,21 € mehr), die Auslastung sank jedoch um 3,46 Prozent von 76,61 Prozent auf 73,96 Prozent. Fuerteventura verzeichnete mit einem Durchschnittspreis von 114,04 € (ein Anstieg um 5,92 Prozent bzw. 6,37 € mehr) den größten Rückgang der Auslastung aller Inseln: ein Minus von 3,51 Prozent auf 68,66 Prozent.
Schließlich sticht La Palma durch seine besonders starke prozentuale Margenerholung hervor. Obwohl die Insel mit 85,06 € weiterhin die niedrigsten Preise aller Inseln aufweist, verzeichnete sie mit 10,11 Prozent das zweithöchste relative Wachstum des durchschnittlichen Tagespreises (ADR). Dies entspricht einem Plus von 7,81 € gegenüber den im Januar 2025 verzeichneten 77,25 €. Besonders bemerkenswert ist, dass diese Preiserhöhung die Auslastung nicht negativ beeinflusst hat. Sie blieb mit einem minimalen Rückgang von 0,40 Prozentpunkten (von 60,08 auf 59,84 Prozent) nahezu unverändert, was eine deutliche Verbesserung der Positionierung des Reiseziels im Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis belegt.











