Die Ávila-Straße in Vecindario wurde am Montag zum Schauplatz eines brutalen Vorfalls in einem Vorort, der uns daran erinnert, dass Gefahr nicht immer von Menschen ausgeht, sondern oft von deren völliger Verantwortungslosigkeit. Die Seprona (Naturschutzbehörde) des Polizeipräsidiums Las Palmas nahm den Besitzer eines Pitbulls, einer sogenannten „potenziell gefährlichen“ Rasse, fest, der offenbar die Regeln des Zusammenlebens missachtet hatte. Der Hund, der ohne Leine und Maulkorb frei herumlief, griff plötzlich einen kleineren Hund an und fügte ihm eine tiefe Wunde im Leistenbereich zu.
Während das verletzte Tier zur Behandlung in eine Tierklinik gebracht wurde, leitete die Guardia Civil Ermittlungen ein. Was sie vorfand, war ein Paradebeispiel für moderne Gaunerei: Der Besitzer hatte nicht nur grundlegende Sicherheitsvorkehrungen missachtet, sondern besaß auch nicht die vorgeschriebene Lizenz für den Umgang mit solchen Tieren und, schlimmer noch, keine Haftpflichtversicherung. Diese rechtliche und moralische Lücke endete mit der Festnahme des Verantwortlichen in der Dr.-Negrín-Straße.
Die Seprona-Ermittlungen verdeutlichen eine bittere Realität: Die Missachtung von Sicherheitsmaßnahmen für Hunde mit tödlichen Beißkräften ist keine Fahrlässigkeit, sondern eine unmittelbare Bedrohung für die öffentliche Sicherheit. Einen Pitbull ohne Maulkorb auszuführen, ist wie russisches Roulette mit Kindern und älteren Menschen, die sich öffentliche Plätze mit uns teilen. Fehlende Papiere und Versicherungen spiegeln das völlige Unverständnis derjenigen wider, die Hundehaltung als ein Recht ohne Pflichten betrachten – eine Erweiterung ihres Egos, die letztendlich die Schwächsten gefährdet.
Die Akte dieses Farce-Falls liegt nun beim Untersuchungsgericht San Bartolomé de Tirajana und der Umweltstaatsanwaltschaft Las Palmas. Am Ende bleiben nur ein tierärztliches Gutachten, ein inhaftierter Besitzer und das Gefühl, dass in den Straßen des Südens immer noch das Recht des Stärkeren über die Zivilisation herrscht. Ein ganz normaler Tag in dieser Ecke des Atlantiks, wo die Verantwortung an einem bedrohten Tier gemessen wird.











