Während Touristen nach einem Plätzchen am Strand suchen, erzählt die Luft, die sie atmen, von unsichtbaren Partikeln und belasteten Lungen. Am Montagabend um 21:00 Uhr erreichte der Luftqualitätsindex (AQI+) im Süden von Gran Canaria einen besorgniserregenden Wert von 91 und damit ein „mäßiges“ Niveau, das gefährlich nahe an gesundheitsschädlich liegt. Der Übeltäter hat eine technische Bezeichnung: PM2.5, Feinstaubpartikel, die mit einer Konzentration von 30.5 µg/m³ die von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten Jahresgrenzwerte bereits um mehr als das Sechsfache überschreiten.
Die Atmosphäre im touristischen Zentrum der Insel ist derzeit ein Gemisch aus Sedimenten und Trockenheit. Bei einer Luftfeuchtigkeit von kaum 35 % und Temperaturen, die hartnäckig nicht unter 22 Grad Celsius sinken wollen, haben Dunst und Feinstaub (PM10) – letzterer mit einem Wert von 133 µg/m³ – den Horizont in eine ockerfarbene Wand verwandelt. Es ist die Geoökonomie des Staubs: Wir verkaufen Sonnenschein, doch heute beinhaltet das Paket eine Extraportion Stickstoffdioxid und Ozon, die das idyllische Postkartenbild des Archipels trübt.
Die Wettervorhersage für die nächsten Stunden lässt nicht den Optimismus aufkommen, den man aus Touristenbroschüren kennt. Der Verschmutzungsindex wird voraussichtlich die ganze Nacht über weiter steigen und gegen 02:00 Uhr einen Höchstwert von 94 Punkten erreichen. Erst am Donnerstag wird der Wind, der den Inselbewohnern stets wohlgesonnen ist, endlich den Himmel aufklaren und den Luftqualitätsindex (AQI) wieder auf ein gesundes Niveau von 31 Punkten senken. Bis dahin herrscht auf Maspalomas akute Luftknappheit, gefangen in einer atmosphärischen Stagnation, die selbst das Einatmen zu einem Akt des Glaubens macht.
In diesem Winkel der Welt hat selbst der Himmel seine Schuld zu begleichen. Am Dienstag erreicht das Thermometer 26 Grad Celsius, doch die Luft wird weiterhin schwer sein von jenem unsichtbaren „Schmutz“, der uns an unsere Zerbrechlichkeit im Atlantik erinnert. Wenn Sie empfindliche Atemwege haben, bleiben Sie am besten zu Hause und zählen Sie die Tage bis Sonntag, wenn die Luft endlich wieder auf diese Insel zurückkehrt, die manchmal das Wichtigste zu vergessen scheint: die Luft, die uns am Leben erhält.











