Montag, 18. Mai 2026
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Erdbeben im Tourismus im Süden von Gran Canaria: Andreas Rüttgers verlässt Schauinsland nach 32 Jahren

Erdbeben im Tourismus im Süden von Gran Canaria: Andreas Rüttgers verlässt Schauinsland nach 32 Jahren

Gara Hernández - M24h Freitag, 20. Februar 2026

Süd-Gran Canaria erhielt am Donnerstag eine Nachricht, die die Grundfesten seines wichtigsten Wirtschaftsmotors erschüttert: das Ende einer Ära für einen seiner treuesten Partner. Andreas Rüttgers, der langjährige Tourismusdirektor von Schauinsland-Reisen, dem umsatzstärksten Unternehmen in Süd-Gran Canaria (da Lopesan seinen Hauptsitz absurderweise weiterhin in Las Palmas hat), verlässt das Unternehmen nach 32 Jahren. Rüttgers, der jahrzehntelang ein vertrauter Berater der Hoteliers in San Bartolomé de Tirajana und Mogán war, geht nun für das Unternehmen.

Für den Tourismussektor im Süden der Insel ist Rüttgers' Ausscheiden nicht einfach nur ein weiterer Abgang in einem deutschen Organigramm. Über drei Jahrzehnte lang war Rüttgers der Stratege, der entschied, welche Hotels in Playa del Inglés, Maspalomas oder Meloneras ihre Betten mit Touristen aus Duisburg füllen würden. Unter seiner Führung bei Hotelübernahmen und Produktentwicklung etablierte sich Schauinsland-Reisen als der Reiseveranstalter, der den einzigartigen Charakter des südlichen Gran Canaria am besten verstand und der Destination auch in Zeiten größter globaler Unsicherheit unerschütterlich treu blieb.

Die Trennung, die das Unternehmen als „auf Vertrauen basierende, gegenseitige Vereinbarung“ bezeichnet hat, hinterlässt eine Lücke in der direkten Kommunikation mit den Geschäftsinhabern der Kanarischen Inseln. Rüttgers kaufte nicht einfach nur Hotelzimmer; er verfügte über profunde Kenntnisse des Inselmarktes und war eine feste Größe in den Gremien, in denen über die Zukunft des südenglischen Beherbergungsgewerbes entschieden wurde. Seine „Intuition“, die das Unternehmen heute in seiner Abschiedsbotschaft würdigt, war maßgeblich dafür verantwortlich, dass Tausende deutscher Familien die Dünen von Maspalomas Jahr für Jahr als ihren Urlaubsort wählten.

Dieser Schritt ist Teil der tiefgreifenden Umstrukturierung, die die Familie Kassner im November 2025 eingeleitet hat. Mit Steffen Kassner an der Spitze und der Beförderung interner Führungskräfte wie Markus Förster und Detlef Schroer sucht der Reiseveranstalter nach neuen Impulsen, die auch externe Führungskräfte einbeziehen sollen. In den Büros der Hotelanlagen im Süden Gran Canarias stellte sich am Donnerstag jedoch die Frage, wer die enge persönliche Beziehung, die Rüttgers zum Süden der Insel aufgebaut hatte, fortführen wird. Ein Kapitel von drei Jahrzehnten deutscher Stabilität an unseren Küsten geht zu Ende und leitet eine Phase der Ungewissheit darüber ein, wie der Duisburger Konzern seine Strategie im Atlantik künftig ausrichten wird.

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