Der Tourismusmarkt im Süden Gran Canarias steht im zweiten Quartal 2026 vor einer Preisanpassung. Ursache hierfür sind schwankende Flugpreise und ein sich stabilisierender Aufwärtstrend bei den Unterkunftspreisen. Laut den neuesten Daten von Mabrian Intelligence (Stand: Februar dieses Jahres) wird eine Reise auf die Insel im Sommer für Reisende aus wichtigen Quellmärkten mit höheren Kosten verbunden sein. Deutschland und Großbritannien verzeichnen die größten Preisanstiege bei One-Way-Tickets. Der Trend zeigt, dass die Flugpreise im Zeitraum Januar bis März dank kurzfristiger Buchungen zwar wettbewerbsfähig blieben, die prognostizierten Preise für September jedoch bereits die Auswirkungen der Sommernachfrage und gestiegener Betriebskosten widerspiegeln.
Im Flugreisesektor verzeichnet der deutsche Markt weiterhin die höchsten Preise mit Spitzenwerten von über 350 € in den letzten Sommerwochen, dicht gefolgt von Großbritannien und Norwegen. Der Inlandsmarkt (ohne Inlandsflüge) zeigt hingegen einen moderateren Trend, wenngleich es auch hier während der April- und Maiferien zu Preisspitzen kommt. Dieser Anstieg der Transportkosten stellt das Reiseziel vor eine Herausforderung, da es den höheren Touristenaufkommen gegenüber direkten Wettbewerbern rechtfertigen muss, die im gleichen Zeitraum ebenfalls um europäische Verbindungen konkurrieren.
Im Hotelsektor im Süden der Insel herrscht eine klar definierte Preisstruktur, wobei im gefragtesten Segment, den Vier-Sterne-Hotels, ein Aufwärtsdruck zu beobachten ist. An Sommerwochenenden stabilisieren sich die Preise von Fünf-Sterne-Hotels bei über 320 € pro Nacht für ein Doppelzimmer, während Vier-Sterne-Hotels zwischen 160 € und 210 € liegen. Diese Preisstabilität bei den großen Online-Reisebüros (OTAs) deutet darauf hin, dass Hoteliers ihre Gewinnmargen schützen wollen, anstatt einen Preiskampf zu führen, und dabei auf die hohe Kundentreue europäischer Kunden setzen.
Die Auswertung dieser Zahlen, die bis zu sechs Monate im Voraus für den Zeitraum bis Juni erhoben wurden, zeigt einen Wandel im Konsumverhalten. Die traditionell durch Frühbuchung erzielten Einsparungen verringern sich aufgrund dynamischer Preisalgorithmen, die das Angebot an die erwartete geringe Verfügbarkeit anpassen. Für Gran Canaria wird die Herausforderung im Jahr 2026 darin bestehen, diesen Anstieg der Gesamtreisekosten (Flug plus Hotel) auszugleichen, ohne Marktanteile an aufstrebende Reiseziele zu verlieren. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass das Inselerlebnis weiterhin einen wahrgenommenen Wert behält, der dem Preis von fast 450 € für ein einfaches Wochenendpaket für zwei Personen entspricht.











