Im komplexen Gefüge der Stadtplanung auf Gran Canaria, wo Umweltschutz und bestehende Rechte oft miteinander kollidieren, hat die Siedlung Las Salinas del Matorral eine wichtige Hürde genommen. Die Umweltverträglichkeitsprüfungskommission von San Bartolomé de Tirajana hat einen positiven strategischen Umweltbericht für die geringfügige Änderung des Flächennutzungsplans (FWP) herausgegeben. Dieser Schritt bringt die Legalisierung dieser ländlichen Siedlung nach jahrzehntelanger rechtlicher Unsicherheit einen Schritt näher.
Die am 22. Januar verabschiedete und Mitte Februar veröffentlichte Vereinbarung, die Maspalomas24H vorliegt, bestätigt, dass der von den Anwohnervereinigungen Matosal und Los Salineros vorgeschlagene Bebauungsplan keine signifikanten Umweltauswirkungen haben wird. Die Entscheidung ist jedoch kein Freifahrtschein; sie stellt einen technischen Balanceakt dar, der die Vorbehalte der Zentralregierung und die neuen Anforderungen der Klimakrise berücksichtigen muss.
Die Chronik dieses Falls offenbart die üblichen Reibungspunkte zwischen verschiedenen Regierungsebenen. Das Verteidigungsministerium, dessen Präsenz in der Region angesichts der Nähe des Luftwaffenstützpunkts Gando und seiner Zufahrtswege von strategischer Bedeutung ist, verhielt sich bürokratisch und vorsichtig. In einem Dokument, das einer Warnung gleichkam, bat das Verteidigungsministerium um mehr Zeit zur Analyse der Auswirkungen und deutete an, dass jede Verzögerung einer Reaktion als nachteilig zu werten wäre.
Dieser administrative „Lärm“ zwingt den Stadtrat zu einem heiklen Manöver: Er muss das Verfahren fortsetzen, die endgültige Genehmigung aber an einen noch ausstehenden Verteidigungsbericht knüpfen. Es ist die klassische juristische Vorgehensweise des Südens: auf solidem Fundament voranschreiten, aber Madrid im Auge behalten.
Neben der Frage des Landbesitzes führt der Bericht eine Variable ein, die die Stadtplanung auf der Insel im kommenden Jahrzehnt prägen wird: die Klimarisikoanalyse. Das Ministerium für den ökologischen Wandel der Kanarischen Inseln hat nachdrücklich gefordert, dass das Projekt in späteren Phasen konkrete Klimaprognosen – unter Verwendung des Klimaatlas der Kanarischen Inseln – und nicht nur allgemeine regionale Daten einbezieht.
Für eine Siedlung auf ländlichem Küstengebiet, die als „potenziell produktiv“ eingestuft wird, ist die Anfälligkeit für den Anstieg des Meeresspiegels oder extreme thermische Ereignisse keine rein akademische Überlegung mehr, sondern eine zwingende Voraussetzung für die Gültigkeit des Plans.
Was diesen Fall von den großen Hotelprojekten in Meloneras unterscheidet, ist sein Ursprung. Der Projektentwickler ist kein großer Tourismuskonzern, sondern die Anwohnervereinigung von Salinas del Matorral selbst. Es handelt sich um ein partizipatives Stadtentwicklungsprojekt, das darauf abzielt, ein bereits stark bebautes und geschädigtes Gebiet in den bestehenden Rechtsrahmen des Allgemeinen Stadtentwicklungsplans von 1996 zu integrieren.
Die Resolution der Kommission unter Vorsitz von Sekretär Mateo Pérez räumt nun eine vierjährige Frist für die Umsetzung der Änderungen ein. Sollte der neue Rechtsrahmen des Matorral bis 2030 nicht verabschiedet sein, beginnt die Frist von neuem. Im Süden Gran Canarias, wo die Verwaltung tendenziell langsamer voranschreitet als die Wirtschaft, ist diese Vereinbarung vor allem ein Sieg über die Zeit.











