Die juristischen Nachrichten aus dem Süden Gran Canarias im Februar 2026 drehen sich erneut um Mogán, diesmal jedoch fernab von Stadtplanungsämtern und Investitionszahlen. Die Erste Kammer des Provinzgerichts von Las Palmas bereitet einen Fall vor, der in seiner Kälte erschreckend ist: Die Staatsanwaltschaft fordert eine sechsjährige Haftstrafe für WRT, der beschuldigt wird, eine Frau im Schlaf in ihrem eigenen Haus sexuell missbraucht zu haben.
Die Ereignisse datieren auf den frühen Morgen des 19. Dezember 2020. Laut vorläufigen Ermittlungen nutzte der Angeklagte den Schlaf des Opfers, LRC, aus, um in ihr Zimmer einzudringen und sie gegen ihren Willen zu vergewaltigen. Die Darstellung der Staatsanwaltschaft ist detailliert und schildert, dass der Angeklagte selbst dann, als die Frau erwachte und ihn aufforderte aufzuhören, ihre Bitten ignorierte und den Übergriff fortsetzte. Die Staatsanwaltschaft stuft diesen Gewaltausbruch als sexuelle Nötigung mit Penetration gemäß dem damals geltenden Strafgesetzbuch ein.
Doch die Anschuldigung geht noch weiter. Neben dem Trauma des Übergriffs kommt auch materielle Bereicherungssucht hinzu. Die Staatsanwaltschaft wirft dem WRT-Team vor, in den Stunden nach dem Vorfall die Sachen der Frau durchsucht und dabei ein Paar kabellose Apple-Kopfhörer im Wert von 90 Euro gestohlen zu haben. Diese „Absicht zur unrechtmäßigen Bereicherung“, wie die Staatsanwaltschaft es formuliert, führt zu einer zusätzlichen Anklage wegen Diebstahls und zeugt von völliger Missachtung der Sicherheit und des Eigentums des Opfers.
Die von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafanzeigen sind schwerwiegend. Neben einer sechsjährigen Haftstrafe beantragt sie eine einstweilige Verfügung mit einer Reichweite von 500 Metern und ein achtjähriges Kontaktverbot zum Opfer, zuzüglich einer anschließenden Bewährungszeit in gleicher Höhe. Die finanzielle Forderung beläuft sich auf 40.090 €: 90 € für den Ersatz der gestohlenen Gegenstände und 40.000 € als notwendige, wenn auch unzureichende, Entschädigung für das seelische Leid, das dem Opfer in jener Dezembernacht in Mogán zugefügt wurde.











