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Der skandalöse Polizist, der 1.000 ausländische Touristen im Süden von Gran Canaria getäuscht hat

Der skandalöse Polizist, der 1.000 ausländische Touristen im Süden von Gran Canaria getäuscht hat

Gara Hernández - M24h Freitag, 06. Februar 2026

Ein wandelnder Fischmarkt des Meineids. Es ging darum, ahnungslose europäische Touristen aufzuspüren und sie illegal zu erpressen. Die Guardia Civil, die angesehene und bewunderte nationale Sicherheitsbehörde der Kanarischen Inseln, hat ein illegales Inkassosystem im Herzen des Touristengebiets von Gran Canaria zerschlagen. Ein Polizist aus Mogán wurde festgenommen, weil er mindestens fünf Jahre lang systematisch Gelder aus Bußgeldern für Verkehrsverstöße von Ausländern veruntreut haben soll. Ihm werden Veruntreuung öffentlicher Gelder und Amtsmissbrauch vorgeworfen.

Die im Juni 2025 begonnenen Ermittlungen deckten ein System der „kriminellen Arbitrage“ auf, das die Schutzbedürftigkeit von Touristen ausnutzte. Der Beamte positionierte sich strategisch in stark frequentierten Gebieten Puerto Ricos, wo er vorwiegend Mietwagenfahrer anhielt. Nach der Ausstellung eines Bußgeldbescheids verlangte er die sofortige Barzahlung und nutzte dabei die Tatsache aus, dass es für Touristen aufgrund ihres Status schwierig ist, nach ihrer Abreise von der Insel rechtliche Schritte einzuleiten.

Um zu verhindern, dass der Betrug von den städtischen Kontrollsystemen aufgedeckt wird, soll der Festgenommene die Bearbeitung von Akten unterbrochen oder diese ohne rechtliche Grundlage gelöscht haben. So gelangte das Geld nie in die Kasse des Rathauses von Mogán und verschwand aus dem offiziellen Buchhaltungssystem, sobald es auf der Straße eingesammelt worden war.

Die in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Polizeipräsidium und dem Stadtrat von Mogán durchgeführten Ermittlungen gehen davon aus, dass die illegalen Aktivitäten seit 2021 andauerten. In diesem Zeitraum soll der Beamte rund 135.000 € illegal eingenommen haben, was mehr als tausend Bußgeldern entspricht. Die Guardia Civil hat mehrere betroffene Touristen ausfindig gemacht, die bestätigten, dass sie bar zahlen mussten, ohne dass ihnen eine alternative Zahlungsmöglichkeit auf administrativem Wege angeboten wurde.

Nach eingehender Prüfung der annullierten Akten und monatelanger diskreter Überwachung der Aktivitäten des Verdächtigen wurde der Beamte am Mittwoch einem Richter vorgeführt. Nach seiner Aussage vor dem zuständigen Richter wurde er gegen Kaution freigelassen, während die Ermittlungen zum vollen Ausmaß der Veruntreuung und zur Frage, ob weitere Personen an dem Netzwerk zur Aufhebung von Sanktionen beteiligt waren, andauern.

 

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