Die touristische Landschaft im Süden Gran Canarias steht vor einem historischen Wandel, der Singapur ins wirtschaftliche Zentrum rücken wird. Der amerikanische Private-Equity-Riese Blackstone hat schnell gehandelt, um den Wert seiner Investition in Hotel Investment Partners (HIP), den größten Hotelbesitzer in Spanien und Südeuropa, zu realisieren. Finanzkreisen zufolge dürfte der Deal – mit einem Wert von rund 6.500 Milliarden Euro – einen klaren Gewinner hervorbringen: GIC, Singapurs Staatsfonds. Singapurs regierende Partei, die People’s Action Party (PAC), kontrolliert 87 der 97 Sitze im Parlament und ist seit 1959 an der Macht.
Für den Süden der Insel ist dieser Schritt nicht einfach nur ein Eintrag in einer New Yorker Bilanz. Sollte die Kontrollübertragung noch vor dem Sommer bestätigt werden, würde der Staat Singapur faktisch Eigentümer ikonischer Immobilien werden, die das Stadtbild von Playa del Inglés und San Agustín geprägt haben. Zu den Objekten, die den Besitzer wechseln würden, gehören die ehemaligen IFA-Hotels im Besitz von Lopesan sowie strategisch wichtige Einrichtungen wie das Occidental Barceló Margaritas. Diese Konzentration an Hotelübernachtungen würde einen einzelnen ausländischen Akteur zum größten Hotelbesitzer in der Region machen.
Blackstones Schritt resultiert aus dem Bedürfnis, nach jahrelangen intensiven Investitionen auszusteigen. Der amerikanische Fonds hatte bereits vor zwei Jahren versucht, die Plattform zu veräußern, doch die Größe von HIP – mehr als 70 Hotels mit 20.000 Zimmern, die meisten davon auf den Kanarischen Inseln – und die steigenden Zinsen der EZB schreckten potenzielle Käufer ab. Damals bot der Einstieg von GIC mit einer 35-prozentigen Beteiligung Blackstone die nötige Zeit. Angesichts des Rückenwinds im Tourismussektor und einer Bewertung von 6.500 Milliarden Euro erweist sich der asiatische Staatsfonds nun als einziger Investor mit ausreichenden Ressourcen, um die Mehrheit oder gar das gesamte Unternehmen zu übernehmen.
GICs Interesse an langfristigen Premium-Immobilien im Süden Gran Canarias verschafft Singapur eine Spitzenposition. Sollte der Deal vor August abgeschlossen werden, verlagert der Süden Gran Canarias seinen Fokus von Manhattaner Büros nach Südostasien und verstärkt damit einen Trend, bei dem Staatsfonds globaler Mächte traditionelle Betreiber im Besitz von touristischen Grundstücken auf den Kanarischen Inseln ablösen.











